Das Außenwerk am Eggenberg

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Das Außenwerk am Eggenberg

 

Bild: Außenwerk und Wöhrsee

 

Der endgültige Ausbau der Außenbefestigungen bei der Hauptburg mit Einbeziehung des Eggenbergs in die Verteidigungsfront erfolgte im Zuge der Neubefestigung der Burg durch Herzog Georg den Reichen. Vom unteren Zwinger der Hauptburg laufen beiderseits Befestigungsmauern die Steilhänge hinab, an der Stadtseite zum ehemaligen Mautturm, im Westen zum Wöhrsee.

Bild: Schnitt des Turmes auf dem Eggenberg
Turm auf dem Eggenberg, Schnitt, um 1661

Beim Wöhrsee erreicht die Mauer den Mühl- oder Wöhrturm – ehemals befand sich hier die Hofmühle. Ein verdeckter, gemauerter Gang, der "haimbliche Gang" genannt, der den Mauerzug zunächst an der durch den Stausee geschützten Nordseite begleitet, ist nur noch teilweise erhalten. In der Mitte des Staudamms beim "Changierturm" wechselt der Gang auf die Südseite, die hier mehr Schutz bot als die nunmehr – jenseits der Wöhr – nach Norden offene Seite. Der "haimbliche Gang" endet oben auf dem Eggenberg in dem runden, an der Ostseite – der Innenseite der Befestigung – abgeplatteten Eggenberg-, Geschütz- oder Pulverturm.

Dieser unter Georg dem Reichen erbaute mächtige Turm war offenbar Nachfolger des Wachturms, von dem in der Zeit Ludwigs des Reichen der "wachter aufm Egkenberg" nach dem Feind Ausschau zu halten hatte. Noch heute sind die ausgeklügelten wehrtechnischen Einrichtungen des imposanten Befestigungsbaus zu erkennen.

Das Erdgeschoss des mit Tuffquadern verblendeten Turms wird von einem flachen Tonnengewölbe überspannt. Ein mehr als 22 Meter tiefer Brunnen diente der Turmbesatzung zur selbstständigen Wasserversorgung. Die Verbindung der nur durch schräg nach oben geführte Lichtscharten erhellten Geschosse stellen Wendeltreppen her, die im rund fünf Meter dicken Mauerwerk liegen.

Beim ersten Obergeschoss war als Übergang zum Umlauf der Stadtmauer ursprünglich eine Schlagbrücke vorhanden. Im dritten Obergeschoss, das eine flache Balkendecke schließt, gibt es vier Geschützstände. Bei der Schlüsselstellung, die dem Eggenbergturm im Verteidigungssystem der Burg zufiel, war auch eine Befestigung des Vorgeländes geboten. Diese lag westlich vor dem Turm und ist – wie auch der äußere Zwinger des Eggenbergturms – nicht mehr erhalten.

 

Bild: Außenwerk mit Geschützturm auf dem Eggenberg


Artenschutz in historischen Gemäuern

Der Waldrapp – ein ganz besonderer Vogel

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Schon gewusst? Eines der wenigen Brutgebiete des Waldrapps, eines hühnergroßen Ibisvogels, befindet sich im Außenwerk der Burg Burghausen. Mit ein bisschen Glück kann man die Vögel von April bis August auf gemähten Flächen und Wiesen rund um Burghausen beobachten, wo sie mit ihren langen Sichelschnäbeln in der Erde nach Würmern und Maden stochern. Die Brutkolonie am Pulverturm lässt sich von der Burganlage oder vom Wöhrsee aus in Augenschein nehmen.

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