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Hauptburg – Palas

 

Bild: Gabriel Mälesskircher, Veitsaltar: Versuchungen des hl. Veit, 1476

Gabriel Mälesskircher, Veitsaltar:
Versuchungen des hl. Veit, 1476

Die Staatsgalerie – Bayerische Malerei des Spätmittelalters und der Hofkunst um 1600

Die Staatsgalerie Burghausen ist eine Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Auf zwei Etagen werden 56 Gemälde präsentiert: im zweiten Stock der Burg überwiegend spätmittelalterliche Altartafeln, die die kulturelle Blütezeit der Klöster Oberbayerns und der angrenzenden Regionen Österreichs lebendig werden lassen, im dritten Obergeschoss Kunstwerke des frühen 17. Jahrhunderts, die dem Umkreis des bayerischen Hofs zuzurechnen sind.

 

Zweites Obergeschoss

Gabriel Mälesskircher ist die beherrschende Gestalt der bayerischen Malerei in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In München leitete er eine große Malerwerkstatt. Sein wohl bedeutendster Auftrag war die Ausstattung der Benediktinerkirche Tegernsee mit fünfzehn Flügelaltären, die er zwischen 1473 und 1478 ausführte. Nur einzelne Bildtafeln haben sich davon erhalten – das übliche Schicksal mittelalterlicher Altäre, die sowohl in Folge der Barockisierung des 17. und 18. Jahrhunderts als auch durch die Aufhebung der Klöster 1803 ihre Funktion verloren, demontiert wurden und sich als Einzelteile in alle Winde verstreuten.

 

Bild: Bayerisch, Rottenbucher Altar: Christus vor Pilatus, um 1480/90

Bayerisch, Rottenbucher Altar:
Christus vor Pilatus, um 1480/90

 

Tafeln des Tegernseer Veit- und des Benedikt-Altars von der Hand Mälesskirchers sind in der Staatsgalerie ausgestellt. Mit der für den Künstler charakteristischen Erzählfreude und Anschaulichkeit stellen sie Ereignisse aus der Legende der Heiligen dar.

Auch die Altartafeln aus den Klöstern Attel, Rottenbuch, Bernried und dem nahen Raitenhaslach machen die Staatsgalerie zu einem bedeutenden Ort für das Studium der bayerischen Kunst des 15. Jahrhunderts. Das älteste Gemälde der Galerie entstand um 1425 wohl in einer Münchner Werkstatt.

Von mittelalterlichem Bürgerstolz zeugt das anrührende Bildnis des Hans Hoffer oder Hofer. Der 30-jährige vornehme Salzburger präsentiert sich als Bräutigam mit einer weißen Rose. Sein Vater Virgil war im Silber- und Kupferbergbau reich geworden und wurde berühmt als einer der Stifter des Hochaltars der Salzburger Franziskanerkirche, den Michael Pacher schuf.

 

 

Bild: Bayerisch (?), Hans Hofer (Hoffer), um 1485

Bayerisch (?), Hans Hofer (Hoffer), um 1485

Drittes Obergeschoss

Die mit 10 Metern Breite vermutlich größten Leinwandbilder Bayerns gehören zu den Attraktionen der Burg. Es handelt sich um Darstellungen bedeutender Ereignisse der Geschichte Bayerns im 13. bis 15. Jahrhundert, die der Münchner Hofmaler Hans Werl (gest. 1608) im ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts für den Alten Herkulessaal der Münchner Residenz (heute: Max-Joseph-Saal) schuf.

Auftraggeber war Herzog Maximilian I. von Bayern. Zu sehen ist unter anderem die Schlacht bei Mühldorf 1258, an der Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern (reg. 1255-1290), der Erbauer der Burghauser Burg, beteiligt war. Die 10 Gemälde – sechs davon sind ausgestellt – hingen in der Münchner Residenz ursprünglich hoch oben an den Wänden des Saales, über einer Reihe von Wandteppichen mit den Taten des Herkules.

Da Kurfürst Maximilian I. von Bayern auch ein begeisterter Sammler von Werken Albrecht Dürers war, bilden Kopien der Zeit nach Werken des Nürnberger Meisters eine sinnvolle Ergänzung zu den Gemälden Werls.

 

Bild: Werl Hans, Die Schlacht bei Ampfing 1322, um 1601/05

Hans Werl, Die Schlacht bei Ampfing 1322, um 1601/05

 

© Bilder: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München und bpk

 

Virtueller Rundgang durch die Staatsgalerie Burghausen (360 Grad-Panorama-Aufnahmen)

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