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Hauptburg

Kemenate (Frauengemächer)

In den Räumen der Kemenate befindet sich heute das Stadtmuseum Burghausen.


Der Kemenatenbau, der den Schlosshof gegen Westen abschließt, umfasste in seiner Urform nach der Mitte des 13. Jahrhunderts nur den mittleren Gebäudetrakt gegenüber dem Dürnitzstock. Die Ringmauer verband ihn nach Süden mit dem Palas. Mitte des 15. Jahrhunderts setzte man der südlichen Ringmauer einen Anbau vor, der die räumliche Anbindung an den Palas herstellte.

 

Bild: Innerer Burghof, Kemenatentrakt

Mittlerer Kemenatentrakt

Wohl erst zur Zeit Georgs des Reichen, als Herzogin Hedwig mit großem Gefolge auf der Burg Hof hielt, wurde der Kemenatentrakt nochmals umfassend ausgebaut. So stellte man auf der Wöhrseite über die gesamte Längenausdehnung des Kemenatentrakts bis zum Palas einen Anbau in den Zwinger, der die Kemenate auf die doppelte Raumtiefe erweiterte.

Die in diesem Erweiterungsbau vermutete Kapellstube wird in der Mautrechnung von 1485 erwähnt, so dass der Ausbau zu dieser Zeit bereits vollendet gewesen sein muss. Dies erscheint sinnvoll, lebte doch die Herzogin seit ihrer Landshuter Hochzeit 1475 in Burghausen. Erst 1872 wurde Süd- und Mitteltrakt der Kemenate ein weiteres Geschoss aufgesetzt.

Die Kemenate nahm die Gemächer des weiblichen Hofstaates sowie im Erdgeschoss auch Wirtschafts- und Vorratsräume auf. 1463 erließ Ludwig der Reiche eine Ordnung für die Obersthofmeisterin seiner Gemahlin Amalie von Sachsen mit genauen Handlungsanweisungen, wie sie sich gegenüber der Herzogin zu verhalten habe und die Aufsicht über die Edelfräulein führen solle ("Vermerckt, was und wie unser liebe getreue eisnhoferin, unser liebn gemahl hofmaisterin, ... in unserm frawnzimmer ausrichten und mit den Junckfrauen und andern halten sol").

Nach dieser Ordnung zu urteilen, umfasste das "Frauenzimmer" damals sowohl die Gemächer seiner Gemahlin als auch die Kammer und die Stube der Jungfrauen. Ihre Schwiegertochter Hedwig scheint dagegen das zweite Obergeschoss des Palas bewohnt zu haben.

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